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Fes (Marokko)

Wir haben eigentlich noch nie genutzt dass Ryanair ab Bremen günstig zu vielen Zielen fliegt, obwohl der Flughafen Bremen ja nur 20min entfernt ist. Unter anderem fliegen sie regelmäßig nach Fes in Marokko und dies reizte uns dann doch. Also ging es am 29.09. um 8:30 los in Richtung Flughafen. Wir fuhren mit dem Zug und Straßenahn da die Verbindung ziemlich gut war. Leider war im Ryanair Terminal dann ziemlich Chaos mit den europäischen /nicht-europäischen Flügen bei denen sich die Passagiere nicht vermischen dürfen auf dem Rollfeld. So hatten wir eine Stunde Verspätung.
Wir hatten uns ein Hotel am Rande der Medina gesucht um relativ einfach hin zu finden. Die Medina ist quasi die Altstadt von marokkanischen Städten und besteht aus vielen kleinen Straßen die sehr verwinkelt sind und in denen kein Navi helfen kann. Unser Hotel hatte uns einen Fahrer für 15€ zum Flughafen gestellt (Taxi hätte 12€ gekostet, Bus fahren war mir doch zu abenteuerlich). So kamen wir direkt zum Hotel. Geld hatten wir direkt am Flughafen geholt, hier stehen 2 Automaten bereit.
Das Hotel (Palais Houyam) liegt wie gesagt am Rande der Medina wo gerade noch Autos hin können (aber dann teilweise rückwärts die Straße wieder raus fahren müssen). Wir wurden sehr freundlich empfangen, unsere Koffer wurden abgenommen und wir bekamen einen leckeren frischen Minztee mit Gebäck. Wir konnten die Zuckermenge selbst bestimmen (das ist wichtig denn meist ist er direkt gesüßt und das sehr stark). Das Hotel war ein bisschen in Form eines Riads aufgebaut, d.h. es gibt kaum Fenster nach außen sondern die Türen und Fenster sind zum Innenhof. Unser Zimmer hatte jedoch ein kleines Fenster aber wir schauten nur auf die Wand des Nachbarhauses. Die Betten waren sehr, sehr hart. Hier hatte ich vorher Bewertungen gelesen und dachte „ist doch gut wenn die Betten nicht durchgelegen sind“, aber sie waren tatsächlich eher wie Holzbretter mit einer ganz dünnen Matratze drauf. Wir hatten beide morgens Rückenschmerzen.
An dem Tag entspannten wir erstmal nur im Hotel. Es gibt kostenloses Wlan, allerdings nicht sonderlich schnell, einen Pool und eine schöne Dachterrasse. Es hätte sogar einen kleinen Fitnessraum und ein Hamam gegeben, haben wir aber nicht genutzt. Weil ich nicht direkt abends im Dunkeln den Weg durch die Medina suchen wollte aßen wir im Hotel zu Abend. Stilles Wasser gab es umsonst, ebenso Brot und Oliven vorweg. Unser Couscous und die Tajine waren ganz ok. Wir buchten noch über das Hotel einen Guide für den nächsten Tag für 250 Dirham. Der Kurs liegt bei ungefähr 10, also relativ einfach umzurechnen.


Am nächsten Morgen gab es Frühstück am Pool. Hier stehen kleine Tische bereit an die man sich setzen kann oder auf Sofaecken unter der Überdachung. Zum Frühstück gibt es Baguette, Marmelade, Honig, Butter, Schmelzkäse, schwarze Olive, Kuchen, frischen Orangensaft und Obstsalat und verschiedenstes anderes Gebäck. An einem Tag Pfannkuchen, an einem anderen geröstetes Baguette… dazu dann Kaffee oder Minztee. 


Unser Guide kam gegen 11 statt um 10, weil sie vergessen hatten ihm Bescheid zu geben J- Passiert. Er führte uns dann 3 Stunden lang durch das Gewirr an Gassen, Geschäften und Menschen. Wir schauten uns zuerst eine alte Koranschule an, die sehr schön mit Mosaiken und Holz- und Steinschnitzereien verziert war. Der Eintritt kostete 20 Dirham. Dann liefen wir weiter und machten immer mal wieder Stopps an kleinen Läden wo uns erklärt wurde wie Lampen oder Teppiche hergestellt werden. Wir hatten aber nie das Gefühl etwas kaufen zu müssen, dafür waren es für mich auch am ersten Tag zu viele neue Eindrücke  die kamen. Wir gingen auch auf eine der Terrassen die den Lederhändlern an den Gerbereien gehören. Unten bekommt man Minze die man sich vor die Nase halten kann falls es zu sehr stinkt, bei uns war dies aber nicht nötig. Hier sieht man dann wie Männer mit den Händen und Füßen das Leder bearbeiten und färben. Dies passiert mitten in der Stadt wo drumherum überall Häuser sind. 






Es ist eine komplett andere Welt: das Fleisch liegt da auf den Tresen und die Händler vertreiben Fliegen mit so Wedeln, Obst wird auf Karren oder Eimern verkauft, an den Fischständen hocken noch mehr Fliegen, Hühner hocken da noch komplett lebendig und zwischendurch gibt es immer wieder kleine Läden und Stände wo man für 20 Dirham frisch gepressten Orangensaft bekommt.  In der nächsten Gasse sind dann die Handwerker die Kupfertöpfe herstellen oder Kleidung färben. Zwischendrin laufen viele Katzen rum die aber selten krank oder abgemagert aussehen. Einige Teile der Medina sind überdacht so dass es sich fast anfühlt als wäre man in einem Gebäude und man merkt auch nicht viel von Sonne oder Regen in den Gassen. 

Um sich zurecht zu finden sollte man wirklich einen Guide buchen oder sich an den Hauptstraßen halten. Alternativ kann man einen Kompass (auch als App) benutzen um zumindest zu wissen in welche Richtung man laufen muss.
Angesprochen wird man tatsächlich wenig von den Händlern. Eigentlich nur bei den Restaurants am blauen Tor. Hier kommen halt die meisten Touristen hinein.
Nach den 3 Stunden waren wir kaputt und machten im Hotel erstmal eine Pause. Dann liefen wir alleine los und hielten uns an den 2 Hauptstraßen, wir wollten einfach alles auf uns noch ein bisschen in Ruhe wirken lassen. In einem kleinen Restaurant aßen wir marokkanische Sandwiches mit Orangensaft- natürlich frisch gepresst JFür abends holten wir uns dann ein kleines Fladenbrot (1 Dirham) und 2 gute Handvoll Oliven (12 Dirham). Dies genossen wir dann später auf der Dachterrasse beim Sonnenuntergang. Leider zog unterwegs ein Gewitter auf und es kamen ziemlich große Tropfen runter. Wir wollten dann ein Taxi nehmen aber irgendwie verstand er nicht wo wir hin wollten. Es gibt in der Stadt Petit Taxis (steht auch so dran) die nur innerhalb der Stadt fahren und dann gibt es extra welche die in andere Städte fahren).

Am nächsten Tag hatten wir einen Ausflug nach Chefchaouen gebucht. Dies ist eine Stadt die komplett blau gefärbt ist. Unser Fahrer holte uns morgens ab und dann fuhren wir 3,5 Stunden mit seinem Auto. Unterwegs machten wir eine kurze Pause wo wir auf Toilette gehen konnten und etwas zu trinken kaufen. Die Fahrt ging recht schnell vorbei da die Landschaft sehr abwechslungsreich war. In der blauen Stadt angekommen hatten wir 3 Stunden Zeit. Wir liefen einfach in die Medina hinein. Es ist wirklich fast alles blau. Warum das so ist da ist man sich nicht ganz sicher. Eine Theorie ist dass es vor Insekten schützt- zumindest haben wir keine gesehen. 
Es war gut was los denn die Stadt ist sehr beliebt bei Touristen. Wir ließen uns einfach treiben und bummelten durch die Gassen. 



An einigen besonders schönen Wegen musste man mal einen kleinen Moment warten bis man ein Foto machen konnte aber das lohnt sich.




Mittags fing es an zu donnern und leicht zu regnen daher suchten wir ein Restaurant. Ich habe ja etwas sehr touristisches erwartet aber es war so lecker und sehr günstig. Wir nahmen beide eine Tajjine und dazu gab es Brot, Oliven und eine scharfe Paste und wir bestellten frischen Orangensaft und Wasser und zahlten für alles 11€. 

Wir entdeckten dann noch einen Markt aber leider fing es nun stark an zu regnen und wir liefen zurück zum Treffpunkt. Unser Fahrer war auch da. Zurück fuhren wir dann durch. Für abends holten wir uns dann nochmal Oliven.

Unser letzter Tag war recht entspannt. Wir liefen in Richtung Palast um die goldenen Tore zu sehen. Diese fanden wir erst nicht und liefen so noch durch ein paar Viertel bis wir ins jüdische kamen und von dort aus den Weg fanden. 
Von hier liefen wir dann weiter zu einem Einkaufszentrum. Dies war aber nicht spannend und es war kaum etwas los. So ging es dann zurück in Richtung blaues Tor. Wir hatten am ersten Tag in der Medina ein mexikanisches Restaurant entdeckt, dort gingen wir nun hin und aßen leckere Burritos.


Wir holten uns ein bisschen Gebäck und noch etwas zu trinken und ließen den Abend dann im Hotel ausklingen. Der Flug am nächsten Morgen ging schon um 6Uhr und daher wurden wir um 3:30 abgeholt. Am Flughafen muss man erst zum Check In Schalter, obwohl man bei Ryanair ja vorab eincheckt, um eine Markierung für den Handgepäckkoffer zu bekommen. Dann geht es durch die Sicherheitskontrolle und dann durch die Passkontrolle. Als wir endlich durch kamen ging es auch direkt zum Flieger. Der Rückflug war ruhig und so waren wir gegen 12Uhr zu Hause.

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